Nirraven

Nirraven, der Knochenrabe und in Myranor Nirr'Havanes genannt, ist ein Neungehörnter Diener Thargunitoths. Der unzweifelhaft mächtigste Diener der Herrin der Untoten, der Marschall der untoten Heere, wird oft als Sohn Thargunitoths bezeichnet. In einen sterblichen Leib gerufen, kann er ganze Heerscharen von Untoten befehligen und am Unleben erhalten. Seit alten Zeiten wird ihm bei der Beschwörung ein Rabe geopfert, der gleichzeitig Paraphernalium und Gefäß für den Dämon ist.

Nirraven befindet sich seit der Schlacht um Kurkum im Körper des Sulman al'Venish auf Dere und kann deshalb nicht mehr beschworen werden. Eine frühere Beschwörung Nirravens ist Achaz saba Arataz gelungen.

Info

Der Seelendieb wird trotz seiner körperlosen Natur traditionell dargestellt als riesiger schwarzer Vogel mit blutrotem Schnabel, auf dem die Herrscherin der Untoten durch ihre Domäne reist – und wirklich scheinen die Diener der Thargunitoth in deren chaotischer Niederhölle mehr feste Form zu haben als in der Dritten Sphäre, so widersinnig das auch klingt. Dennoch soll er auch in der Welt der Lebenden die Fähigkeit besitzen, einem Verdammten die Seele aus dem Körper zu reißen, um sie in die Niederhöllen zu Seelenmühle zu bringen. Diese Rolle und die Ähnlichkeit mit anderen ist schon öfters bemerkt worden:

»Es waren einst drei schwarze Raben, Brüder aus gleichem Nest, herrlich, prächtig allesamt, und Golgari, Bishdariel und Nirraven waren ihre Namen. Doch einer davon flog zu weit jenseits der Sterne, und dort …«

—ein unbekannter Geschichteerzähler auf dem Basar von Rashdul, ehe ihn Diener der zwei Borontempel zum Schweigen brachten.

Üblicherweise wurde Nirraven früher in einen Gastkörper beschworen, den er dann für die Dauer seiner Präsenz beherrschte, doch konnte er auch in unwillige Opfer hinabgerufen werden. Seit etwa einem Dutzend Jahren ist es allerdings keinem Nekromanten oder Dämonologen mehr gelungen, den Seelendieb zu invozieren. Es wurden verschiedene Antworten auf dieses Rätsel vorgeschlagen, doch die einfachste Erklärung ist zugleich die wahrscheinlichste: Niemand kann eine Chaosentität in die Dritte Sphäre befehlen, solange sie dort bereits als Besessenheitsdämon weilt.

Daher will ich hier nun die Aufmerksamkeit auf einen prominenten Nekromanten in Warunk lenken: Sulman von Fasar wurde einst als Schüler des berüchtigten Liscom zum Borbaradianer und lernte auch einige Jahre in Brabak. Als Nekromant und erster Befehlshaber der Untoten in der Armee des Dämonenmeisters war er der Heerführer, der die Amazonenburg von Kurkum vernichtete und für den Tod der Heiligen Yppolita unmittelbar verantwortlich war. Von Rechts wegen hätte er dort im Drachenfeuer zerstört werden sollen, doch er existiert heute noch, fast völlig zu verkohltem Fleisch verbrannt, nur durch Illusionen und Duftöle erträglich. Von furchtlosen Ordensspähern wissen wir, dass inzwischen der größte Teil seines Körpers von den Füßen bis unter die Arme skelettiert ist.

Warum schenken wir diesem einen, wenn auch herausragenden Nekromanten solche Aufmerksamkeit? Weil vieles darauf hindeutet, dass seit dem Fall Kurkums zum Jahreswechsel 1019/1020 BF Nirraven im Leib des Sulman al’Venish festsitzt – ob gegen seinen Willen oder mit Absicht, ist nicht zu ergründen. Diese Vermutung würde auch die schier unglaublichen nekromantischen Fähigkeiten Sulmans erklären, der unter dem Dämonenmeister wie auch unter dem Schwarzen Drachen als Erster unter Gleichen galt, heute aber nicht einmal Sitz und Stimme im Nekromantenrat hat. Da letzterer auch den Dämonensplitter der Thargunitoth kontrolliert, öffnet sich hier das Feld für allerlei Spekulationen: Wissen die anderen Nekromanten Näheres über die Situation Nirravens und seines Gastkörpers und halten ihn daher vom Splitter fern? Oder verliert der Neungehörnte allmählich die Kontrolle über den geschundenen, zerschlissenen Gastleib? Eine andere, fast noch beunruhigendere Lesart aber wäre, dass Thargunitoth selbst ihrem Diener nicht traut – bislang ist völlig unklar, was ein neungehörnter Dämon mit dem Kronensplitter seines Erzdämonen zu bewirken in der Lage wäre. Und auch wenn man dafür menschliche Beweggründe als Maßstab ansetzen würde, ist die Idee nicht von der Hand zu weisen, dass Thargunitoth eine Befehlsverweigerung fürchtet, vielleicht gar einen erfolgreichen Thronraub.

Kampf

Nirraven fährt in ein Wesen ein, die Kampfwerte richten sich nach denen des Gastkörpers.

Bei einer Besessenheir wird die Seele des Gastkörpers vedrängt und ist verloren.

Nirravens Gastkörper erhäilt MR+5 und die Eigenschaften Geisterpanzer, Resistenz gegen profanen Schaden und Regeneration I. Bei einer gelungenen Guten Attacke Nirravens - egal mit welcher Waffe - hilft dem Opfer nur noch eine Magieresistenz Probe +3, um zu verhindern, dass ihm die Seele aus dem Leib gerissen wird.

  • Besondere Eigenschaften: Körperslosigkeit II
  • Talente: Wesenkontrolle (Untote) 30
  • Mögliche Dienste: Bindung, Besessenheit, Kontrolle über Untote

Doch hat er den Glauben, der der sterbenden Seele innewohnt, unterschätzt, so daß Nirraven mit dem übereifrigen Beschwörer selbst vorlieb nimmt...

Beschwörungs Beschreibung

Der Beschwörer fällt nun in einen Singsang, der euch die Haare zu Berge stehen läßt. Dabei malt er anscheinend merkwürdige Zeichem auf den Boden des Hofes, von denen langsam aber sicher grünes Leuchten ausgeht, das zunimmt, und sich wie Nebel in Schlieren ausbreitet. Die Stimme des Magiers verwandelt sich in ein Kreschen, das kaum noch wie Worte klingt, doch mit dem Leuchten und dem Gesang stiehlt sich mehr Furcht in euere Seelen.

Dann erkennt ihr einen gigantischen Schatten, der sich über die Burg ausbreiten, sich, wie Schwingen im Wind, hin- und herbewegt. Tränen schießen euch in die Augen, ihr kauert euch zusammen und ein jeder, der noch einen klaren Gedanken fassen kann, brabbelt verzweifelte Kindergebete vor sich hin. Doch in dieser Nacht ist der Schtz der Zwölfe fern.

Der Schatten verdichtet sich, dann hört ihr einen Schrei, der zuerst von weit, weit weg zu kommen scheint, sich jedoch unaufhaltsam nähert.

Ein Schrei, der euch das Blut gefrieren läßt, der den absoluten Haß auf alles Lebende klingen läßt. In ihm liegt eine kalte Grausamkeit, die nicht änhelt, die nicht einmal auf den unbewegten, toten Gesichtern der Untoten zu sehen war, order auf dem verzerrten Gesicht des niederhöllischen Paktierers stand. Auch nicht in den funkelnden Augen des lustvoll tötenden Shruufs stand diese grausame Leidenschaft.

© Lena Falkenhagen

Язык: Deutsch | Категория: Литература | Автор: Lena Falkenhagen | Публикатор: Beatrix | Дата: 20.07.18 | Просмотров: 8 | Отзывов: 0